Bouldertisch

Ein Esstisch zum Tischbouldern

TISCHBOULDERN - Eine Definition ;-)
Die, dem allgemeinen Kletterer bzw. Boulderer als Tischbouldern bekannte Disziplin, beschreibt das, meist spontan und zu später Stunde stattfindende, Umklettern eines Tisches, ohne dabei den Boden zu berühren.
Der Ablauf
Im Allgemeinen startet der Athlet liegend auf der Tischfläche und bewegt sich über eine der Stirnseiten in eine hängende Position unter den Tisch. Dabei wird die Hilfestellung einer weiteren Person empfohlen (ugs. Spotten) bzw. das Polstern des möglichen Sturzbereiches (Crashpads). Anschließend hangelt der Athlet sich unter dem Tisch entlang, um dann auf der gegenüberliegenden Seite wieder die Tischplatte zu erklimmen.
Je nach Konstruktion und Eigengewicht des Tisches, werden während des gesamten Vorgangs eine oder mehrere Personen benötigt, um den Tisch in seiner Position zu fixieren.
Die Wertung
Die Bewertung eines Durchgangs erfolgt über die benötigte Zeit. Sollte der Athlet zu irgendeiner Zeit den Boden berührt haben, so ist der Versuch ungültig zu werten.

So ziemlich jeder Kletterer oder Boulderer kennt in irgendeiner Form das Tischbouldern. Aus dieser etwas eigentümlichen Disziplin des Kletterns ist die Idee für das folgende Projekt entstanden…

Der Tisch wirkt zunächst wie ein gewöhnlicher Esstisch. Die Tischplatte ist aus massiven Eichenholz, die Tischzarge, sowie die 12x12cm Tischbeine sind aus günstigerem Fichtenholz.
Unter der Tischplatte befindet sich ein Unterbau aus Birke-Multiplexplatten mit Einschlagmuttern, um sowohl seitlich, als auch kopfüber Klettergriffe montieren zu können.

Für die seitlich zu montierenden Griffe, habe ich extra eine zweite, nach innen versetzte Tischzarge angebracht. So sind die Griffe erst bei einem expliziten Blick unter den Tisch sichtbar und fallen im Alltag gar nicht weiter auf.

Einzig die angebrachten Klettergriffe sind noch etwas “zu motiviert” gewählt - ohne die Tischplatte zu hooken oder die Kante zu greifen, ist der Tischboulder kaum schaffbar. Hier müssten noch etwas “henkligere” Griffe unter die Platte.

Um den Tisch im Alltag auch gut nutzen zu können, kann man ihn bei Bedarf von 1,40m auf 1,80m ausziehen. Dazu werden die Tischbeine auseinander gezogen und bis zu zwei Einlegeböden hinzugefügt.

Die Konstruktion

Leider habe ich nicht sonderlich viele bzw. gute Fotos vom Aufbau des Tisches. Die Konstruktion sollte jedoch leicht ersichtlich sein.

Die 12x12cm Leimbinder, die ich als Tischbeine nutze, hatte ich noch von einem alten Schreibtisch. Die Tischbeine auf den Stirnseiten sind jeweils durch ein Kantholz verbunden. Die beiden, auf dem Foto sichtbaren Kanthölzer die unter der Tischplatte verschwinden, sind Teil des Auszugmechanismus.

Auf den Fotos vom Aufbau seht ihr, wie später der Auszug des Tisches funktioniert. Die Tischbeine der einen Seite, sowie zwei lange Kanthölzer werden fest unter der Tischplatte montiert. Die Tischbeine der anderen Seite bleiben beweglich und werden mit den beiden langen Hölzern einfach dazwischen geschoben. Diese können dann später, bei Bedarf, stückweise wieder herausgezogen werden, um den Tisch zu verlängern.

Gehalten wird das Ganze durch die montierte Multiplexplatte. So werden die Kanthölzer des Auszugs zwischen der Eichentischplatte und der Multiplexplatte eingeklemmt.
(Damit der Tisch sich später nicht zu schwer ausziehen lässt, sollte der Spalt zwischen Tischplatte und Multiplexplatte natürlich einige Millimeter größer sein, als das Kantholz dick ist.)

Anbringen der Einschlagmuttern: Damit der Auszug des Tisches nicht blockiert wird, können nicht überall Muttern ins Holz geschlagen werden.

Die äußeren Tischzargen habe ich mit kleinen Winkeln angebracht. Der dahinter angebrachte Streifen Multiplexplatte (an dem später die seitlichen Griffe montiert werden) ist mit dem Kantholz verschraubt.

Zu guter Letzt dann die Montage der Klettergriffe.

Der Tisch kann locker 80cm auseinander gezogen werden, ohne dass er an Stabilität verliert. So habe ich zwei, 40cm breite Einlegeböden, die ich auf den Auzug legen und den Tisch damit erweitern kann.

Und, Interesse euch selbst solch einen Tisch zu bauen?

WOODWORKING
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