Esszimmertisch

Massivholztisch in modernem Design

Nachdem der erste Tisch, den ich vor nun fast drei Jahren gebaut hatte, noch relativ einfach konstruiert war und mehr auf Funktion ausgerichtet war (siehe Bouldertisch), sollte dieser Tisch nun, insbesondere in Sachen Verarbeitungsqualität und Design, etwas ausgefeilter sein.

Hier gibt es schon Mal ein Bild vom fertigen Resultat:

Der Bau des Tisches gliedert sich in zwei Abschnitte:

Der Ausziehmechanismus ist hier zu sehen.

Unterbau

Die Unterkonstruktion des Tisches sollte ein unauffälliges, schlankes und modernes Design haben. Die schwarz lackierten Holzbeine in U-Form sind erst bei näherem Hinsehen als solche erkennbar und vermitteln zunächst den Eindruck als wäre die Tischplatte auf einem Stahlgestell montiert.
Neben optischen Gesichtspunkten, war mir aber auch die Verwindungssteifigkeit der Unterkonstruktion besonders wichtig. Der Tisch soll sich in alle Richtungen problemlos verschieben lassen, ohne dass dabei die Beine nachgeben und der Tisch instabil wirkt.

Die Beine bestehen, wie die auch spätere Tischplatte, aus Eichenholz. Alle sichtbaren Verbindungen werden gedübelt bzw. geleimt, um die Optik des Tisches nicht zu stören.

Ganz auf Metall wird dennoch nicht verzichtet. Um die notwendige Steifigkeit in Querrichtung zu erzielen, habe ich 4mm dicke und 20cm lange Stahlwinkel in die unteren beiden Ecken geschraubt.

Da die Winkel selbstverständlich nicht sichtbar sein sollen, setze ich nun ein weiteres Holzbrett auf, bei dem ich zuvor Aussparungen für die Stahlwinkel gefräst habe.

Die spätere Verschraubung an der Tischplatte erfolgt über L-Flachverbinder. Hiermit bekomme ich die notwendige Stabilität, so dass der Tisch später auch gut in Längsrichtung verschoben werden kann, ohne dass die Beine nachgeben.
Wie bei den unteren Winkeln, wird auch hier wieder ein zweites Holz mit entsprechend eingefrästen Vertiefungen aufgesetzt.

Nachdem die Seiten mit dem Bandschleifer abgeschliffen und die Kanten mit der Oberfräse gerundet sind, sind kaum noch Übergänge erkennbar.
Nun folgen zwei Streich Durchgänge mit schwarzer Farbe.

Filzgleiter schützen Boden und Tisch

Tischplatte

Bei der Holzauswahl habe ich mich an dem orientiert, was der örtliche Baumarkt zu bieten hat. Die Wahl fiel auf “Leimholz Eiche rustic”. Der Tisch ist ca. 90cm breit. Da die Leimholzbretter nicht in entsprechender Breite erhältlich sind, habe ich zunächst zwei davon in längsrichtung aneinander geleimt.

Die Ausfräsungen dienen der Montage von Flachverbindern

Anschließend habe ich die Konstruktion von unten mit der Montage von Querhölzern verstärkt.

Der Tisch soll keine Zarge haben, sondern vielmehr den optischen Eindruck einer dicken Massivholzplatte aufweisen. An den Längsseiten werden daher zwei weitere Leisten angebracht.

Die Tischplatte steht am Rand noch über: Hier wird später noch eine weitere Holzleiste angeleimt.
In die Freifläche wird später der Auszug montiert
Alle Holzleisten sind mit Holzdübeln in der Tischplatte verleimt und anschließend verschraubt.

Zuletzt wird die fehlende Seitenleiste angebracht:

Natürlich wird alles wieder ordentlich abgeschliffen und alle Kanten werden später noch rund gefräst.

Tischplatte nach dem ersten Schleifen

Nun werden die Tischbeine zur Montage vorbereitet. Hierzu verschraube ich die Stahlwinkel der Tischbeine mit Querhölzern.

Diese passen nun exakt in das äußere Feld der Tischplatten-Unterkonstruktion.

Bevor die Tischbeine aber final eingebaut werden, bereite ich zunächst den Einschub für den Ausziehmechanismus vor.
In die noch freien Felder des Tisches passe ich jeweils einen Rahmen ein, der mittels Schwerlast-Schubladenauszügen an den Stirnseiten herausgezogen werden kann.

Montage der Schwerlast-Schubladenschienen

Nun wird beides montiert. Zunächst verschraube ich die Tischbeine von innen. Anschließend wird die Schiene des Auszuges darüber angeschraubt.
Im Falle eines Umzuges lässt sich der Tisch an dieser Stelle jederzeit sehr einfach wieder zerlegen, so dass man ihn gut transportieren kann!

Zu guter Letzt montiere ich noch die fehlenden Blenden an den beiden Auszügen.

Fast fertig!

Nach einiger Schleifarbeit und mehreren Durchgängen Öl Auftragen später, sieht der Tisch dann so aus:

Ausziehmechanismus

Fehlt noch die Auflösung, wie der Auszug des Tisches funktioniert. Hierzu habe ich zwei Platten mit 180° Einbohrscharnieren verbunden. Diese sind drehbar auf einer Stahlwelle gelagert, die in den oben beschriebenen Schubladenauszug montiert ist. Die Mechanik seht ihr am besten in der folgenden Bildsequenz:

Fertig

Ca. 50-60 Stunden Arbeit stecken in dem Tisch. Bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler hat alles gut geklappt.

WOODWORKING

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