Hüttenwanderung im Stubaital Tirol

Stubaier Höhenweg

Der Weg führt in 7 Etappen in einer Höhe von 2000 bis 3000 m durch die Stubaier Alpen.
Auf dem Weg gibt es 8 Alpenvereinshütten, so dass die Tour auf bis zu 7 Etappen (+ Auf- und Abstieg) aufgeteilt werden kann. Ein großer Vorteil am Höhenweg ist, dass man von jeder Hütte auch direkt ins Tal gelangen kann. Da wir nur 6 Tage hatten, sind wir die Tour nur von der Dresdner bis zur Nürnberger Hütte gegangen und haben die letzten beiden Hütten ausgelassen.
Wir hatten für alle Nächte die Betten reserviert. Sinnvoll, da die Hütten teilweise recht voll waren.
Manche Etappen sind relativ kurz sind, so wäre es auch möglich gewesen einzelne Hütten zu überspringen. Stattdessen haben wir die kürzeren Touren eher mit einem Klettersteig oder einer gesonderten Gipfeltour verbunden (soweit möglich).
Bei den Wegen, die wir gegangen sind, handelte es sich fast ausschließlich um schwarze Bergwege, bei denen absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit benötigt wird. Besonders Absturzgefährdete Stellen sind zum Teil mit Seilversicherungen versehen.
Wir waren Ende Juli unterwegs. Leider war das Wetter etwas unbeständig und gegen Nachmittag setzte oft Regen ein, weshalb wir meist sehr früh morgens losgingen um schon früh die nächste Hütte zu erreichen.

Tag 1: Aufstieg Neustift -> Innsbrucker Hütte

Wir hatten die Nacht in einer Pension in Neustift verbracht und starteten gegen 7 Uhr früh den Aufstieg zur Hütte. Ca. 3 bis 3,5 Stunden später hatten wir schon die Innsbrucker Hütte auf 2369m erreicht und stärkten uns mit unserem mitgebrachten Frühstück.
Da das Wetter unklar war (für Nachmittag war Gewitterrisiko vorhergesagt), entschieden wir uns nur noch für eine kleine Tour zur Kalkwand (2500m) und machten danach noch den kurzen Übungsklettersteig nahe der Hütte, wo wir uns dann gegen 15 Uhr auf der Terrasse nieder ließen.

Innsbrucker Hütte

Tag 2: Innsbrucker Hütte -> Bremer Hütte

Die Etappe zur Bremer Hütte ist eine der längeren. Der Weg führt immer wieder auf und ab und beinhaltet einige seilversicherte Stellen. Die Bremer ist eine der kleineren und sehr gemütlichen Hütten. So störte es nicht, dass wir, nachdem auf dem letzten Wegstück schon Dauerregen einsetzte, den restlichen Tag in der Hütte verbrachten.

Bremer Hütte

Tag 3: Bremer Hütte -> Nürnberger Hütte

Nach einem minimalistischen Frühstück (wir hatten Müsli und Milchpulver dabei), ging es schon um 6:15 Uhr auf die nächste Etappe. Der Weg war kürzer, aber nicht weniger schwierig und wir erreichten die Nürnberger Hütte, vollkommen in Nebel gehüllt, gegen 10 Uhr.
Glücklicherweise klarte es gegen Mittag auf. In direkter Nähe zur Hütte gibt es den Nürnberger Klettersteig, den wir daraufhin noch machen konnten. Empfehlenswerte Kletterei.
Die Nürnberger Hütte war auch eine der schönsten der Tour und das Essen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Der Nürnberger Klettersteig; unten sieht man die Hütte

Tag 4: Nürnberger Hütte -> Sulzenau Hütte

Für diese Etappe gibt es zwei Alternativrouten. Wir nahmen den kürzeren Weg über das Niederl. Von hier oben kann man bereits die Sulzenau Hütte sehen, die wir gut 2h später schon kurz nach 9 Uhr morgens erreichten.

Gipfelkreuz Niederl; oberhalb der Nürnberger Hütte

Wir entledigten uns in der Hütte kurz dem nicht benötigten Ballast aus unseren Rucksäcken (Wechselkleidung, Klettersteigequipment, etc.) und starteten nach kurzer Verschnaufpause mit dem Anstieg zum Aperen Freiger, den wir uns für diesen Tag als Extratour überlegt hatten.
Wir passierten die Blaue Lacke, ein sehr schöner Moränensee ca. 30 min von der Sulzenau Hütte entfernt und folgten dem Weg bergauf Richtung Aperer Freiger. Ein steiler Anstieg stand uns bevor, bis wir letztendlich den Aussichtspunkt Hundsheim erreichten, von dem wir einen tollen Blick auf den Gletscher vor uns hatten.

Moränensee "Blaue Lacke"

Von hier gingen wir noch ein Stück weiter über grobes Blockwerk, bis wir schließlich schon den Gipfel des Aperen Freigers (3262m) sehen konnten. Etwa 300m unterhalb des Gipfels, der geschätzt noch knapp 1h Gehzeit entfernt war, kehrten wir dann aber um, da sich der Himmel mit Wolken zuzog und wir das Wetter nicht mehr einschätzen konnten. Trotzdem war es eine sehr schöne lohnenswerte Tour, vielleicht kommen wir ja das nächste mal bis zum Gipfel.
Die Hütte erreichten wir schließlich wieder kurz nach 14 Uhr.

Blick vom Aussichtspunkt Hundsheim

Tag 5: Sulzenau Hütte -> Dresdner Hütte

Die Etappe, die wir uns für den nächsten Tag vorgenommen hatten, führte uns über den Großen Trögler. Nach einem steilen Anstieg und leichten Kletterpassagen kurz vor dem Gipfel, erreichten wir schließlich den höchsten Punkt (2902m), leider vollkommen in Wolken gehüllt, die nur hin und wieder den Blick auf kleine Ausschnitte der umliegenden Berge erlaubten.
Der Abstieg war einfacher und führte über weniger steile Serpentinen.

Großer Trögler (2902m); völlig in Wolken

Die Dresdener Hütte, die wir später erreichten, passte so gar nicht ins Bild der kleinen urigen Alpenhütten. Sie ist im Winter eine von mehreren Stationen einer Skipiste und hat daher auch eher das Ambiente einer größeren Skihütte. Im Sommer kommen viele Tagesgäste mit dem Lift und man ist als Hüttenwanderer schon eher eine Ausnahme. Hinzu kam, dass gerade als wir dort waren, neben der Hütte ein neuer Skilift ins Tal gebaut wurde und entsprechend viele Baufahrzeuge und dergleichen unterwegs waren.
Für den Nachmittag hatten wir uns den Fernau-Klettersteig vorgenommen. Er startet unweit der Dresdner Hütte (ca. 10min) und führt in einer sehr schönen Kletterei (ca. 1h) bis hinauf zum Egesengipfel (2635m). Von dort geht man über Wanderwege wieder zurück zur Dresdener Hütte.

Egesengipfel (2635m); Ziel des Fernau Klettersteiges

Tag 6: Dresdner Hütte -> Neue Regensburger Hütte

Diese letzte Etappe (ca. 7h) unterschied sich landschaftlich noch einmal ein wenig von den vorherigen Tagen. Nachdem wir die Dresdner Hütte hinter uns gelassen hatten, wurde die Landschaft zusehends karger. Wir passierten eine nicht ungefährliche steile Stelle, wo scheinbar erst vor kurzem große Mengen Geröll abgegangen waren (der markierte Weg unterschied sich hier von dem Weg auf der Karte). Dahinter stampften wir noch ein größeres Schneefeld hinunter und erreichten schließlich eine etwas sumpfige grüne Ebene, die wir linker Hand passierten, und an deren Ende wir schon die Regensburger Hütte sehen konnten.

Schneefeld auf dem Weg zur Neuen Regensburger Hütte

Bei Käsespätzle (sehr lecker) und einem Gläschen Wein genossen wir schließlich unseren letzten Abend in den Bergen.

Neue Regensburger Hütte

Tag 7: Abstieg und Heimfahrt

Nachdem wir die hinter uns liegende Woche immer eine Mischung von grau bedecktem Himmel und einzelnen raren Sonnenstunden hatten, stiegen wir an diesem Morgen bei bestem Bergwetter ins Tal ab. Uns stand an diesem Tag noch eine gut 8h dauernde Heimfahrt bevor…

Morgenstimmung an der Neuen Regensburger Hütte

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