Trekking in der Annapurna Region - Poon Hill und Kathmandu

Nepal

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Poon Hill Trek

Mit seinen 3210m für nepalesische Verhältnisse eher eine kleine Erhebung, ist der Poon Hill bekannt für die Aussicht, die er, insbesondere in den Morgenstunden, auf das Annapurna Massiv bietet. Ein Ausflug auf den Poon Hill ist gut mit dem Annapurna Circuit, dem Annapurna Base Camp Trek oder aber auch in einer unabhängigen kleineren Rundwanderung von 3-5 Tagen machbar.

Tag 1: Anreise nach Birethanti

Auch für die Wanderwege rund um den Poon Hill benötigt man wieder TIMS und ACAP Permit. Beides besorgen wir uns diesmal direkt im Tourist-Office in Pokhara. Hier arbeiten mehr Angestellte als im Office in Kathmandu und es wirkt routinierter. Bereits 15min später verlassen wir das Gebäude mit den nötigen Formularen. Draußen wartet noch unser Taxi auf uns, das uns nun nach Birethanti, dem Ausgangspunkt der Wanderung bringt. (3000 NPR für die ganze Fahrt waren zugegebenermaßen nicht ganz billig, aber nach den stundenlangen Busfahrten der vergangenen Tage, gönnen wir uns diesen Luxus). Wir halten noch an einem Aussichtspunkt oberhalb von Pokhara und brauchen schließlich knapp 3h bis nach Birethanti.

Birethanti

Da es schon relativ spät ist, bleiben wir für heute hier und übernachten in einer Lodge im Ort.
Morgen wollen wir nach Tikedhunga und in den darauffolgenden Tagen dann weiter nach Ghorepani und Ghandruk. Je nach Zeit und Motivation, gehen wir von dort über Landruk nach Phedi oder den direkten Weg zurück nach Birethanti.

Infotafel an der ACAP Kontrollstelle - welchen Weg wir genau nehmen, entscheiden wir spontan

Tag 2: Von Birethanti nach Tikedhunga

Das Klima auf dieser Seite des Annapurna ist wesentlich feuchter und wärmer, als wir es (insbesondere in den höheren Lagen) von der anderen Seite gewohnt waren. Die steilen Berghänge des Tals sind dicht bewachsen und unser Weg führt uns größtenteils durch bewaldetes Gebiet.

Wir folgen hauptsächlich der Hauptstraße, die sich mit stetiger Steigung immer weiter hinein in das Tal zieht. Erst kurz vor Hille biegen wir auf einen kleinen Fußweg ab, der uns direkt zu dem kleinen Dorf bringt, das wir gegen Mittag erreichen. Da wir nicht sonderlich motiviert sind, heute noch sehr weit zu laufen (was insbesondere auch auf das Klima zurückzuführen ist), machen wir hier erst einmal einen kleinen Zwischenstopp.
Von Hille gehen wir dann, hauptsächlich über Steinstufen (ein kleiner Vorgeschmack auf Morgen) nur noch das kurze Stück bis nach Tikedhunga (ca. 15min), wo wir uns eine gemütliche Lodge im Ortskern nehmen und den Nachmittag nutzen, um mal wieder unsere Wäsche durchzuwaschen.

Lodge am Ausgang von Tikedhunga

Tag 3: Von Tikedhunga nach Ghorepani

Hängebrücke am Ausgang von Tikedhunga

Ca. 3300 Steinstufen (laut Wanderführer) sind bis nach Ulleri, der ersten Zwischenstation unseres heutigen Tages, zu überwinden. Definitiv eine gute Idee, dieses Stück an diesem Morgen zu gehen und nicht noch in der Mittagshitze des gestrigen Tages. Obwohl wir heute wieder bis auf 2800m aufsteigen, ist das Klima immer noch sehr feucht und warm. Der Weg kommt mir anstrengend vor (was aber vermutlich auch damit zu tun hat, dass wir nun bereits seit zwei Wochen ohne allzu große Pausen in Nepal unterwegs sind).

Erstmals wieder schneebedeckte Berge

Als wir am Mittag in Ulleri eine kurze Mittagspause machen, können wir endlich wieder die schneebedeckten Gipfel des Annapurnas in der Ferne erahnen. Wir haben etwa die Hälfte des ca. 4,5 stündigen Weges bis nach Ghorepani hinter uns gebracht.
Ulleri habe ich nicht als sonderlich schönen Ort empfunden. Direkt am Ortseingang entstehen gerade einige größere Betonbauten (vermutlich Hotels).

Ghorepani

Unzählige weitere Steinstufen (mal auf, mal ab) später erreichen wir um ca. 14 Uhr unser Ziel. Gut so, denn gerade nachdem wir es uns in unserem Hotel bei einem Stück Apfelkuchen gemütlich gemacht haben, zieht wieder (wie gestern Nachmittag auch schon) ein Gewitter durch. Der Begriff “Hotel” ist hier übrigens schon angebracht. Die Unterkünfte in Ghorepani sind hinsichtlich ihrer Größe nicht mehr mit den gemütlichen Lodges, die wir bislang auf unserer Reise bezogen haben, vergleichbar.

Tag 4: Poon Hill weiter nach Tadapani

Unser Wecker klingelt um 4:00 Uhr. Ganz kurz überlegen wir, einfach liegen zu bleiben, stehen aber dann doch auf und machen uns schließlich, wie wahrscheinlich jeder andere, der in irgendeinem Hotel in Ghorepani übernachtet hat, auf den Weg zum Poon Hill. Die Einheimischen haben längst bemerkt, dass man mit diesem Tourismus Geld verdienen kann und so zahlen wir 100 NPR pro Person, als wir das Kassenhäusschen kurz hinter Ghorepani passieren.
Wir steigen die 300 Hm bis zum Gipfel auf, die im wesentlichen nur über angelegte Steinstufen zurückgelegt werden.

Beim Sonnenaufgang auf dem Poon Hill ist man nicht allein... (die hohen Gipfel links sind Annapurna I und Annapurna South)

Trotz der Menschenmasse hier oben, lohnt sich der 45 minütige Aufstieg. Die Berge sind zwar viel weiter weg und der Blick ist nicht zu vergleichen mit dem Sonnenaufgang in Ghyaru am Anfang unserer Reise. Jedoch bekommt man an kaum einem anderen Platz ein solch breites Panorama auf das gesamte Annapurna Gebirge geboten.
Etwas wehmütig schauen wir im rötlichen Licht der aufgehenden Sonne noch einmal auf die hohen Berge zurück, die in den letzten Wochen unseren Wander-Alltag geprägt haben.
Ein schöner Abschied vom Annapurna Massiv.

Sonne hinter dem Machapuchare (Aussicht vom Poon Hill)
Blick zum Dhaulagiri

Zurück im Hotel gibt es noch ein schnelles Frühstück, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Nicht jedoch, ohne in der German Bakery im Ortskern von Ghorepani vorbeizuschauen und uns mit etwas Wegproviant (riesige Schokocroissants) zu versorgen (empfehlenswert!).

Blick zurück, kurz vorm Deurali Pass: Ghorepani und Dhaulagiri

Mit dem Deurali-Pass überwinden wir (den Poon Hill ausgenommen) den höchsten Punkt unserer kleinen Wanderung um den Poon-Hill.

Teahouse kurz vorm Deurali Pass

Als wir gegen 14:30 Tadapani erreichen und eine Lodge suchen, scheinen wir noch Glück zu haben. Wir finden ein Zimmer in einem dieser neueren, unpersönlichen, feucht-kühlen Betonbauten. Viele, die nach uns ankommen, werden weitergeschickt. Und tatsächlich, am Abend ist die Lodge gut gefüllt.

Man ist selten allein unterwegs

Insgesamt ist (zumindest während unserer Reisezeit) zu beobachten, dass auf dem Poon Hill Trek viele größere Reisegruppen (meist aus dem benachbarten China) mit Guide unterwegs sind und die vergleichsweise einfache und kurze Wanderung als Trekking-Einstieg machen. Auf dem Annapurna-Circuit kam mir das anders vor: Hier haben wir viele Individualreisende (oft auch Europäer) getroffen.

Tag 5: Von Tadapani nach Ghandruk

Bis nach Ghandruk laufen wir nur noch gut 2 Stunden. Zeit genug für eine Teepause im Jungle Paradise Guesthouse (eine Eco Lodge oberhalb von Ghandruk) inklusive kleinem Plausch mit dem redseligen und netten Besitzer.

Blick Richtung Annapurna oberhalb von Ghandruk
Noch einen Tee im Jungle Paradise Guest House oberhalb von Ghandruk

Ghandruk ist ein verhältnismäßig großer, aber gemütlicher Ort. Da es uns spontan gefällt, beschließen wir zu bleiben und unsere Wanderung hier zum Ende kommen zu lassen.

Ghandruk

Wir kommen in der Sakura Lodge unter, einer Empfehlung aus unserem Wanderführer. Die Unterkunft ist in der Tat sehr schön. Wir sind nochmal die einzigen Gäste hier. Der Besitzer ist freundlich und hat den Hof der kleinen Lodge in eine Blumenoase zum Entspannen verwandelt. Nebenbei betreibt er eine “German Bakery”, so dass wir uns zum Abschluss unserer Reise am Nachmittag noch eines der typischen nepalesischen Hefegebäcke gönnen können.
Müde von den letzten Wochen, verbringen wir den Nachmittag auf der gemütlichen Veranda der Lodge. Am Abend gibt es dann das letzte Dal Bhat unserer Wanderung.

Ausruhen in der Lodge in Ghandruk

Tag 6: Mit dem Bus zurück nach Pokhara

Die Busverbindung von Ghandruk nach Birethanti ist noch relativ neu und war noch nicht in unserem Wanderführer beschrieben. Früher startete der Bus wohl erst in Syauli. Die “Straße” ist nicht mehr als ein enger Schotterweg, der kilometerlang in engen Serpentinen im Steilhang verläuft, meist ohne jegliche Sicherung der Abbruchkante. Der Bus ist einer der schlechteste und die Straße vermutlich die gefährlichste der gesamten Reise. Der Blick aus dem Fenster teilweise nichts für schwache Nerven (obwohl wir auf dieser Reise schon viel an Bus bzw. Jeep Fahrten hinter uns gebracht haben). Bleibt die Hoffnung, dass der Busfahrer die Strecke bestimmt schon einige Hundert Male gefahren ist und weiß, was er tut…

Letzter Blick auf Ghandruk

Nach kurzem Aufenthalt in Syauli (wo allerhand Güter und dergleichen umgepackt werden), geht die Fahrt dann relativ “gewöhnlich” weiter bis nach Besisahar, wo wir ein letztes Mal umsteigen. Am Abend können wir uns dann schon im Gaurishankar Backpacker’s Hostel in Pokhara entspannen (sehr empfehlenswertes Hostel). Übermorgen fahren wir zurück nach Kathmandu.

Sightseeing in Kathmandu

Wir beziehen wieder das Yakety Yak Hostel in Thamel, das wir schon von unserer Ankunft in Nepal vor etwa 3 Wochen kennen. Ein schönes, gepflegtes Hostel, inmitten des touristischen Stadtteils mitten in Kathmandu.
Wir hatten den Tag vor unserem Rückflug in Kathmandu als Puffer eingeplant, falls irgendetwas schief gelaufen wäre. Diesen Tag nutzen wir nun um die Hauptstadt Nepals noch etwas näher kennenzulernen bevor es nach Hause zurück geht.

Boudha Stupa

Unser erstes Ziel an diesem Morgen ist die Boudha Stupa im Vorort Bodnath im Nordosten Kathmandus. Die bekannte Sehenswürdigkeit ist ein bedeutendes Ziel buddhistischer Pilger.
Die große Stupa ist zwar beeindruckend, der Eintrittspreis von 400 NPR pro Person, nur um auf den umgebenden Platz zu kommen, aber auch verhältnismäßig teuer.

Wir machen unsere kleine Stadtrundfahrt mit einem Taxi. Der Fahrer, der uns zur Stupa gebracht hat, ließ sich nicht davon abbringen, dort auf uns zu warten und anschließend weiter herumzufahren. Wir einigen uns schließlich auf einen Pauschalpreis von insgesamt 4500 NPR für die mehrstündigen Fahrten zu allen Zielen, die wir uns für heute ausgesucht hatten.

Patan Durbar Square, Lalitpur

Den bekannten, touristischen Durbar Square in Kathmandu wollen wir uns sparen und stattdessen nach Lalitpur fahren. Die Fahrt geht einmal quer durch ganz Kathmandu. Lalitpur ist eigentlich eine eigene Stadt, die mittlerweile mit Kathmandu zusammen gewachsen ist.

Patan Durbar Square, Lalitpur
Patan Durbar Square, Lalitpur

Wie die anderen Durbar Squares in Kathmandu, gehört auch dieser zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Eintritt kostet 1000 NPR, beinhaltet aber auch gleich den Zutritt zum Museum des königlichen Palastes. Auf dem weitläufigen Platz stehen einige historische Tempel, die teilweise gerade noch restauriert werden. Das Museum wirkt sehr neu und modern und ist durchaus sehenswert.
Für mich das Highlight unserer kleinen Sightseeing-Tour.

Swayambhu Stupa

Zum Abschluss machen wir dann noch einen Abstecher zur Swayambhu Stupa. Das Areal um die verhältnismäßig kleine, aber sehr prunkvolle Stupa lädt zum Spazieren und Verweilen ein und von dem kleinen Berg hat man eine gute Aussicht über Kathmandu.
Zwar sehr touristisch, für 200 NPR Eintritt pro Person aber durchaus einen Abstecher Wert.

Affen im Bereich um die Swayambhu Stupa

Wissenswertes

Der Umrechnungskurs zum Zeitpunkt der Reise war ca. 125 Nepalesische Rupien (NPR) = 1 Euro.

Einreise in Nepal

Zur Einreise in Nepal waren keine besonderen Vorbereitungen zu treffen. Das Visum haben wir direkt am Flughafen in Kathmandu an bereitstehenden Automaten beantragt und am Schalter ausgehändigt bekommen (Hierzu muss man ggf. etwas mehr Zeit einplanen).

TIMS und ACAP Permit

Für Trekking in Nepal ist immer eine TIMS-Karte (Trekkers’ Information Management System) erforderlich. Wandert man auf eigene Faust, muss man sich diese zuvor in Kathmandu oder Pokhara besorgen. Wir zahlen für die TIMS Karte 2000 NPR.
Für die Annapurna Conservation Area brauchen wir außerdem noch ein Permit (3000 NPR).
Beides bekommen wir im Tourist Service Center in Kathmandu. Für den Antrag braucht man außerdem:

  • 4 Passfotos (je 2 für TIMS und ACAP)
  • Auslandskrankenversicherung
  • Reisepass

Der Track den man gehen möchte, wird im TIMS eingetragen. Die Karte wird am Start und am Ende gestempelt und erfasst.
Das ACAP wird immer wieder an verschiedenen Kontrollposten kontrolliert, wenn man in der Annapurna Area unterwegs ist und mit diversen Stempeln versehen. Auch hier muss man bereits beim Antrag angeben, wo man die Area betreten und verlassen möchte, also welchen Weg man zu gehen plant.
Beides ist nur für eine einzige Wanderung gültig. Verlässt man die ACA und möchte später noch eine weitere Wanderung machen, muss man TIMS und ACAP neu beantragen.

Fazit

Nepal ist ein absolut tolles Land. Wir haben überall nette Menschen getroffen und insbesondere der Annapurna Circuit ist landschaftlich kaum zu übertreffen. Die Dimensionen des Himalaya sind einfach atemberaubend und unvorstellbar.

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