7 Tage unterwegs auf dem Lykischen Weg (Türkei)

Lykischer Weg

Unsere Route

Landkarte

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Der lykische Weg führt mit mehr als 500 km Länge auf teils antiken Handelswegen von Fethiye bis nach Hisarçandir (westlich von Antalya) und folgt dabei weitestgehend der türkischen Südküste. Wir hatten 7 Tage zur Verfügung und wollten in dieser Zeit die Strecke von Olympos bis zum Ende des Fernwanderweges zurücklegen.
Kurz hinter Olympos teilt sich der Weg in zwei Alternativrouten. Man kann entweder weiter der Küstenlinie folgen oder den etwas beschwerlichen Weg durchs Landesinnere nehmen, bei dem man Teile des Taurusgebirges passiert. Wir hatten uns für letzteres entschieden. Der gpx Track zeigt die Route, die wir gegangen sind, inklusive unseren Zeltplätzen.

Vereinzelt gab es Wegweiser, ansonsten war der Weg mit rot-weißen Zeichen markiert

Die Versorgung mit Essen unterwegs ist schwierig. Wir sind nur ein- oder zweimal an einem kleinen Dorfladen vorbeigekommen. Hier empfiehlt es sich alles dabei zu haben.
Wir hatten schon in Deutschland alles zusammengestellt was wir für die Tour brauchten: Ein warmes Gericht pro Tag, Müsli und Milchpulver, Schoko-, Müsliriegel, Salami, Kekse für zwischendurch. Zur Wasseraufbereitung hatten wir sicherheitshalber einen Filter (nur einmal auf der ganzen Tour benutzt) und Chlortabletten (nie eingesetzt) dabei.
Gas zum Kochen zu bekommen ist nicht so einfach. In Antalya gibt es einen Outdoorladen (“Tibet-Outdoor”), der auch einen Onlineshop hat. Hier sollte es Schraubkartuschen geben. Wir hatten per E-Mail angefragt, ob Gas vorrätig sei und die Information bekommen, dass der Laden in der fraglichen Zeit zwar Betriebsferien hat, wir das Gas aber am Taxistand schräg gegenüber kaufen können. Das ging auch ohne Probleme und war schnell erledigt.

Auf eine allzu genaue Wegbeschreibung möchte ich hier verzichten. Wir haben den Outdoor Reiseführer zum Lykischen Weg dabei gehabt, der den genauen Verlauf gut beschreibt (war insbesondere nützlich, um Wasserquellen zu finden).
Der gesamte Weg ist mit rot-weißen Markierungen gezeichnet. Trotzdem waren wir manchmal froh ein GPS mit der Route dabei gehabt zu haben, da die Wegzeichen teilweise etwas rar gesetzt waren, oder man von ursprünglichen Weg abweichen musste (wegen Erdrutschen oder dergleichen).

Unseren Weg hatten wir auch deshalb ausgewählt, weil Start und Ziel von Antalya gut zu erreichen sind. Vom Busbahnhof in Antalya fährt ein Kleinbus (Dolmuş) entlang der Küste Richtung Osten. Dieser hält dann irgendwo an der Hauptstraße, von wo aus uns ein anderer Kleinbus die letzten paar Kilometer nach Olympos brachte.

Strand bei Olympos

Olympos ist ein beliebtes Backpacker Ziel. Es gibt eine Menge Hütten, wo man übernachten kann. Zu der Zeit als wir dort waren, war es sehr voll (teilweise aber auch viele Leute, die einfach nur einen Tagesausflug an den Strand machen wollten).
Von Olympos gelangt man, vorbei an alten Ausgrabungsstätten (es gibt nicht viel zu sehen; man muss aber Eintritt zahlen), in wenigen Minuten zum Strand.
Den Strand folgend gelangt man nach Cirali (sehr touristisch, ein Souvenirladen am anderen), von wo aus man dem Weg dann weiter Richtung Chimaira folgt.
An dem Ort Chimaira kann man Flammen beobachten, die einfach aus der Erde zu kommen scheinen. Der Platz kommt schon in antiken Erzählungen vor. Das Naturphänomen ist auf Gase zurückzuführen, die aus dem Gestein austreten und oberirdisch verbrennen.

Chimaira - ein Feuerfeld oberhalb von Çıralı

Auch hier muss man Eintritt zahlen, geht dann aber von dem Feuerfeld nicht zurück sondern weiter bergauf.
Froh endlich in der Abgeschiedenheit angekommen zu sein, fanden wir hier einen Zeltplatz, wo wir unsere erste Nacht verbrachten.

Blick über Çıralı vom 1. Zeltplatz

Am nächsten Tag ging es dann stetig bergauf (von etwa 200m auf 1200m). Wir passierten Ulupınar und kamen nach Beycik, wo wir bei einem Deutschen, der dort eine Pension betreibt, noch ein Getränk nahmen. Danach folgten wir dem Weg noch ein gutes Stück, bis wir schließlich im Wald hinter dem Dorf einen guten Platz für die Nacht fanden.

Unser 2. Zeltplatz

Die restlichen 600 Höhenmeter fielen am nächsten Tag schon leichter (den ersten Tag hatte ich etwas Probleme mich an das heiße Klima zu gewöhnen). Am frühen Mittag überschritten wir den Pass auf 1800m und legten danach noch ein gutes Stück Strecke zurück.

Wir fanden einen sehr schönen Platz für die Nacht, von dem wir am nächsten morgen einen grandiosen Blick auf den Tahtali, sowie auf das Meer hinter dem Gebirge hatten.

Sonnenaufgang. Tolle Aussicht von unserem 3. Zeltplatz

Blick auf den Tahtali; links die Station der Seilbahn

Die Landschaft ist sehr schön und man kommt vollkommen zur Ruhe. Vereinzelt tauchen mal ein paar Häuser auf.

Nachdem wir die Nacht auf einer Lichtung im Wald verbracht hatten, querten wir am nächsten morgen ein beeindruckendes Flussbett. Hier ergab sich eine gute Gelegenheit für ein kleines Bad.
Am Nachmittag erreichten wir einen Freizeitpark, den der lykische Weg schneidet. Nachdem wir durch einen Fluss wateten und ein einen steilen Hang hinauf liefen, standen wir plötzlich in dem Water-/Adventurepark (vermutlich haben wir uns auf diese Weise das Eintrittsgeld gespart). Im Park zeigt ein Schild des Lykischen Weges auf einen unscheinbaren Pfad in den Wald hinein. Hier gingen wir, nach kurzer Pause mit kaltem Getränk, weiter.

Flusstal

Ab diesem Punkt geht es wieder stetig bergauf. Während der Park fast auf Meereshöhe liegt, mussten wir am nächsten Tag noch den letzten Pass auf 1400m überwinden. Kurz vor dem Pass hat man einen tollen Blick bis zum Meer und kann schon Antalya an der Küste erkennen.

Blick aufs Meer vom letzten Pass aus. An der Küste ist Antalya zu erkennen.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir in der Nähe eines kleinen Bergdorfes kurz nach dem Pass. Von hier ging es nur noch bergab über eine schmale Straße bis nach Hisarçandir, dem Endpunkt unserer mehrtägigen Reise, wo wir am frühen Mittag ankamen.

Hisarçandır - Endpunkt des Lykischen Wegs

Dort hatten wir großes Glück: Wir trafen zufällig eine junge Immobilienmaklerin, die gerade im Dorf unterwegs gewesen war. Sie sprach Englisch und nahm uns kurzer Hand bis in einen Außenbezirk von Antalya mit. Von hier war es nur noch eine knappe halbe Stunde bis zur Altstadt, wo wir uns noch für eine Nacht eine Pension nahmen, bevor wir am Tag darauf wieder zum Flughafen fuhren…

Antalya

Tolle Reise!

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