Eine 2-wöchige Reise durch den karibischen Inselstaat

Kuba

Tag 1: Ankunft - Havanna Flughafen

9:15 Abflug vom Flughafen Düsseldorf. Nachdem wir uns bereits kurz vor 4 Uhr morgens aus dem Bett gequält hatten, um auch bei möglichen Problemen mit der Deutschen Bahn unseren Flieger zu erreichen, ging es endlich los. 10 Stunden Flug, die, dank des Multimediasystems und verschiedenen Filmen nicht lang erschienen. Dennoch waren wir froh, als wir gegen 13:30 Ortszeit die engen Sitze (Economy Airberlin) der A330 verlassen konnten. Kuba liegt 6h hinter der Zeit in Deutschland.
Der Flughafen von Havanna ist recht überschaubar. In der Abflughalle fanden wir dann auch einen Geldautomaten. “Transaction denied” erschien dort jeweils auf dem Bildschirm bei dem Versuch mit unseren Kreditkarten an Geld zu kommen. Am Schalter daneben war es schließlich möglich (nach Vorlage des Reisepasses und 3 Unterschriften auf irgendwelchen Zetteln).

Tipp: Lediglich am Flughafen und später am Automaten der Bank in Havanna wurde MasterCard akzeptiert, alle anderen Bankautomaten nahmen immerhin Visa.

Unser erstes Zimmer hatten wir per E-Mail reserviert. Wir wollten nach Soroa, ein kleiner Ort in der Nähe zu Las Terrazas und bereits auf halber Strecke nach Viñales, unserem ersten größeren Ziel der Reise. Bei der Fahrt per Taxi gilt, was man überall liest: Nach dem Preis fragen und verhandeln. Der erste Fahrer wollte 65 CUC, ein anderer 100 CUC. Schließlich konnten wir uns mit einer Kubanerin, die in die gleiche Richtung wollte, ein Taxi teilen und kamen für 40 CUC an unser Ziel.
Auf der gut 2-stündigen Fahrt bekamen wir schon einen ersten Eindruck vom Land.
Unsere Unterkunft erreichten wir schließlich gegen 18 Uhr Ortszeit, wo wir mit einem Kaffee auf der Terrasse herzlich empfangen wurden.
Nach nunmehr 22 Stunden auf den Beinen fielen wir wenig später dann auch schon ins Bett.

Unsere erste Casa

Tag 2: Soroa

In Kuba kann man seit einigen Jahren als Tourist in Casa Particulars übernachten. Das sind Privatunterkünfte, die von Einheimischen vermietet werden. Die meisten vermieten ein oder zwei Zimmer und nehmen 20-30 CUC pro Nacht. Manche Kubaner betreiben auch kleine Pensionen mit mehr Räumen. Für ca. 5 CUC pro Person kann man fast immer ein Frühstück dazu bekommen und manche Casa Besitzer bieten auch ein günstiges Abendessen an.

Da wir uns noch ein wenig ans Klima gewöhnen wollten und noch immer das Jetlag spürten, hatten wir uns dazu entschieden, an diesem Tag zunächst nur Soroa anzuschauen und nach einer zweiten Nacht in der Casa dann nach Viñales weiter zu fahren.
In Soroa gibt es einen Orchideengarten den man besichtigen kann (3 CUC p.P.). Viele Orchideen waren nicht zu erkennen (vielleicht wegen der Jahreszeit?) und man ist schnell durch den kleinen Park durch. Außerdem kann man sich einen Wasserfall an einem kleinen Flusslauf anschauen (auch 3 CUC).
Persönliches Fazit: Soroa lohnt sich nicht unbedingt. Entweder man schaut sich Las Terrazas an (da haben wir gemischte Meinungen zu gehört) oder man fährt direkt durch bis Viñales.

Ganz nett der Blick von einer Bar (wenn man der Straße am Orchideengarten vorbei bergauf folgt). Hier gab's den ersten Mojito der Reise ;-)

Tag 3: Soroa -> Viñales

Für unsere Weiterfahrt nach Viñales hatte uns unsere Gastgeberin ein Taxi (das ein guter Bekannter von ihr fuhr) organisiert. So ging es dann stilecht in einem alten Chevy (geschätzt aus den 1940ern) in die kleine Stadt am Rande des für den Tabakanbaus bekannten Tals. Unsere Fahrt endete “zufällig” an der Casa eines guten Freundes unserer ehemaligen Gastgeberin (man unterstützt sich eben auf Kuba ;-) ). Als wir uns angesichts des für westeuropäische Geschmäcker doch sehr gewöhnungsbedürftig eingerichteten Raumes und dem hohen Preis erst nochmal andere Casas ansehen wollten (von denen Viñales eine Menge hat), ging der Besitzer sofort deutlich mit dem Preis runter und wir entschieden uns doch zu bleiben (für 25 CUC inkl. Frühstück für uns beide).

Tipp: Handeln lohnt sich. Außerdem ist es üblich in Kuba, dass man immer zunächst das Zimmer gezeigt bekommt und dann entscheiden kann. Dabei sollte man keine Scheu haben, auch einfach Nein zu sagen.

Für den Nachmittag hatten wir uns dann eine geführte Tour durch das Valley gebucht. In einer bunt gemischten Gruppe (unter anderem eine junge Australierin, die wir schon vom Geldabheben am Flughafen kannten), wurden wir von einem sympathischen englischsprachigen Guide durch das Naturschutzgebiet geführt. Dazu gehörte selbstverständlich auch der obligatorische Besuch einer Tabakplantage und eines Kaffeebauers.

Hier wird eine Zigarre gerollt

Eine alte Kaffeemühle

Tag 4: Viñales

An unserem zweiten Tag erkundeten wir die Umgebung Viñales. Für 5 CUC kann man Hop-on/Hop-off Busse der Viñales-Bustour nutzen und an verschiedenen Orten ein- und aussteigen.

Bemerkung: Ungewohnt ist, dass man ständig auf der Straße von Personen angesprochen wird, die einem diese oder jene Sightseeing-Tour verkaufen oder ein Taxi Particular (Gemeinschaftstaxi) zur nächsten Stadt organisieren wollen. Insbesondere im Umfeld der offiziellen Touristenbüros oder Busbahnhöfen. Wir haben uns immer an die offiziellen Agenturen (z.B. Infotour) gehalten.

Toller Blick über das Tabaktal"

Tag 5: Viñales -> Cienfuegos

Bereits um 6:45 Uhr fuhr der Viazul-Bus ab, der uns in 8 Stunden nach Cienfuegos bringen sollte. Cienfuegos ist eine mittelgroße Stadt an einer Bucht an der Südküste Kubas. Sie unterscheidet sich deutlich von den eher ländlichen Orten unserer bisherigen Reise. Hier finden sich erstmals auch Fußgängerzonen mit Geschäften. Die Stadt hat ein historisches Zentrum mit einigen großen alten Bauten.
Aber auch die typischen Merkmale einer Großstadt. Alles ist lauter, mehr Verkehr und irgendwie hektischer. Außerdem fühlt sich die Hitze hier noch etwas extremer an. Wir fanden eine sehr schöne günstige Casa, ein Bau im Kolonialstil mit sehr hohen Decken und Innenhof, wo wir für eine Nacht blieben.
Definitiv interessant die Stadt gesehen zu haben. Mehr als einen Tag hätte ich hier aber nicht verbringen brauchen. Dafür bietet die Stadt in meinen Augen zu wenig.

Tipp: Viazul. Für große Distanzen im Land nutzten wir fast immer Viazul. Die meist übertrieben klimatisierten Busse eines chinesischen Herstellers, die bei dem Busunternehmen im Einsatz sind, sind noch relativ modern (im Vergleich was sonst auf den Straßen unterwegs ist) und sind gerade auf langen Strecken eine bequeme Art der Fortbewegung. Die Tickets zur Weiterfahrt sollte man sich bei Ankunft an einem Ort am besten direkt reservieren.

Tag 6: Cienfuegos -> Trinidad

Nachdem wir den Morgen noch in Cienfuegos verbracht hatten und die Promenade am Meer entlang spaziert waren, nahmen wir den Bus um 14:40 Uhr nach Trinidad.
Wir hatten in unserer Unterkunft in Cienfuegos nach einer Empfehlung für eine Casa in Trinidad gefragt, worauf uns prompt eine Abholung am Bus organisiert wurde. Ein Einheimischer brachte uns gegen ein kleines Trinkgeld, mit unseren Rucksäcken auf seiner Schubkarre, zur Casa. Ein vergleichsweise sehr modern eingerichtetes schönes Haus mit großer Dachterrasse auf der wir morgens unser Frühstück bekamen. Die Eigentümerin spricht sehr gut Englisch und hatte eine Menge Tipps für uns. Mit 40 CUC (inkl. Frühstück für uns beide) das teuerste Zimmer der Reise, aber auch eines der schönsten.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt ließen wir den Tag schließlich bei einem Cocktail auf der Treppe vor der Casa de la Musica ausklingen.

Tag 7: Trinidad (Playa Ancon)

Trinidad eignet sich hervorragend für einen kleinen Abstecher ans Meer. Direkt vor dem Büro von Havannatours fährt mehrmals täglich ein Bus (4 CUC ) zum 30 min entfernten Playa Ancon, wo wir fast den ganzen Tag verbrachten und uns ein wenig von den Strapazen der letzten Tage erholten. Den Abend ließen wir in der Bar La Canchanchara ausklingen. Hier ist insbesondere der gleichnamige Cocktail zu empfehlen. Eine Mischung aus Honig, Rum und Lemon.
Trinidad war für mich persönlich einer der schönsten Orte der Reise. Das Zentrum um den Plaza Mayor ist sehr schön, ruhig und gemütlich (vielleicht sieht das in der Hauptsaison anders aus). Hier fahren keine Autos und es gibt eine Menge Bars und Restaurants, die zum Verweilen einladen. Dabei bietet so ziemlich jede Lokalität Livemusik, mal moderne, mal klassische kubanische Musik.

Tag 8: Trinidad - Ausflug ins Valle de los Ingenios (Tal der Zuckermühlen)

Eigentlich wollten wir an diesem Tag einen alten Touristenzug nehmen (ein alter Dampfbetriebener Zug), der verschiedene Stationen (jeweils mit etwas Aufenthalt) im Tal anfährt. Am Bahnhof erfuhren wir, dass die Lok wohl schon seit ein paar Monaten kaputt ist. Sehr unkompliziert organisierte man uns ein Taxi (zum gleichen Preis, 10 CUC p.P.), das uns zusammen mit zwei Spanierinnen ins Tal der Zuckermühlen brachte.
Der Fahrer war sehr nett und erzählte uns eine Menge über die Geschichte des Valle de los Ingenios. (Gut, dass wir die Spanierinnen dabei hatten, die uns das meiste ins Englische übersetzen konnten.)
Nach einem kleinen Abstecher zu einem tollen Aussichtspunkt über das Tal, fuhren wir zu den Ruinen einer alten Zuckerrohrplantage. Für 1 CUC bekamen wir eine gut einstündige Führung, wo wir einiges über die Herstellung von Zucker bzw. Rum, das Leben der Sklaven auf den Plantagen und die Geschichte Kubas lernten.
Anschließend ging es nach Manaca Iznaga, bevor wir nach einer Weile Aufenthalt zurück Richtung Trinidad fuhren.

Unser Taxi

Manaca Iznaga

Tag 9: Trinidad -> Varadero

7:30 Uhr fuhr der Bus nach Varadero. Insbesondere bei Pauschalreisenden bekannt, ist der Ort berühmt für seinen Karibikstrand.
Varadero ist sehr lang gezogen und streckt sich über viele Kilometern entlang der Nordküste. Während ganz im Osten die riesigen internationalen und in sich abgeschlossenen Hotelkomplexe zu finden sind, erwartet einen im Westen ein eher beschaulicher kleiner Ort, der abgesehen vom Strand eigentlich auch nicht viel mehr zu bieten hat.

Leere Strände in der Nebensaison...

Tag 10 + 11: Varadero

Bereits mit der zweiten Casa, die wir uns angesehen hatten, hatten wir Glück. Ein gepflegtes 2 Zimmer Appartement (Schlafzimmer + kleine Küche mit Sitzecke) in direkter Strandnähe (ca. 200m) und eine sehr herzliche Gastgeberin.

Tipp: Adresse unserer Casa: 27 Street #104 between 1st & 2nd Avenue

Die Tage in Varadero verbrachten wir fast nur am Strand. Toller Sandstrand, kristallklares Wasser in Badewannentemperatur und bestes Wetter bescherten uns sehr schöne, sehr entspannte Tage.
Mal ein Wort zum klassischen kubanischen Frühstück: Brot, Butter, Kaffee, Milch (vmtl. aus Milchpulver), frisches Obst und Saft (war ein Smoothie aus frischen Früchten). Dazu dann für jeden noch eine Tortilla. Was wir außerdem in der Casa in Varadero bekamen: “Ham” und “Cheese” (allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man unsere Wurst und Käse kennt).

Tag 12: Varadero -> Havanna

Vorm Frühstück noch schnell ein letztes mal ins Meer, bevor wir dann am Mittag den Bus nach Havanna nahmen. Der Viazul-Bus hält direkt am Rande der Altstadt, wo wir auch recht schnell eine Casa für unsere letzten 3 Nächte fanden.

Tag 13 + 14: Havanna

Havanna ist schließlich nochmals ganz anders als unsere bisherigen Stationen. Nirgendwo waren die Kontraste stärker als hier. Vom Obispo, quasi der Flaniermeile im Zentrum der Altstadt, gelangt man immer wieder auch in Straßen mit nahezu vollständig verfallenen Häusern, direkt angrenzend an neue moderne Gebäude. Daneben immer wieder mal mehr, mal weniger gepflegte Prachtbauten vergangener Zeiten.
Besonders schön ist auch der Plaza Vieja:

Plaza Vieja

Tipp: Etwas abseits vom Touristenrummel Restaurant/Bar “Café Artes de Apuiar” (Straße: Aguiar, nahe dem Maximo Gomez Monument). Hier verbrachten wir unseren letzten Abend in Havanna. Gute Cocktails und sehr gute Tapasauswahl, alles etwas günstiger als an den großen Plätzen und gemütliches Ambiente.

Tag 15: Abflug

Das Taxi von Havanna zum Flughafen kostet 25 CUC. Gute 30 min Fahrzeit. Nach zwei Wochen voller neuer Eindrücke und toller Erlebnisse bestiegen wir am Nachmittag das Flugzeug.
Viele Stunden Flug + 6 Stunden Zeitverschiebung später, landeten wir kurz vor 8 Uhr morgens wieder in Düsseldorf. Bewölkt und furchtbar kalte 10°C, eine ganz schöne Umstellung.

Bemerkung: Wir konnten uns nur sporadisch mit unseren Handys im kubanischen Netz (Anbieter Cubacel) registrieren und hatten oft keinen Empfang.

Benötigte Unterlagen

Für die Einreise in Kuba wird eine Touristenkarte benötigt. Wir konnten sie ganz einfach in einem Reisebüro erwerben (25€ jeweils). Des Weiteren wird ein Nachweis über eine abgeschlossene Auslandskrankenversicherung für die Einreise vorausgesetzt. Den bekommt man meist automatisch bei Abschluss einer entsprechenden Versicherung. Wir haben ihn auf der ganzen Reise nie vorzeigen müssen.

Reisekosten

Ein kurzes Wort zu den Reisekosten (zur eigenen Kalkulation, wenn ihr selbst plant nach Kuba zu fahren).
Übernachtung: Im Schnitt bezahlten wir 34 CUC für ein Doppelzimmer mit Frühstück. (Oft konnten wir aufgrund der Nebensaison hier den Preis herunterhandeln.)
Reisen im Land: Für Bus und Taxi bezahlten wir insgesamt ca. 250 CUC.
Für Essen, Trinken (Cocktails ;-)) und sonstige Ausgaben wie Eintritte, Tagesausflüge, Souvenirs gaben wir nochmals ca. 32 CUC pro Tag aus.
Alles in allem kamen wir auf knapp 1200 CUC für 2 Personen und 2 Wochen Kuba (exkl. Flug).

Fazit

Eine tolle Reise in ein sehr interessantes und eindrucksvolles Land.

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