Kreta (Griechenland)

Ja, auch auf Kreta kann man Klettern, wie im Urlaub im November getestet…

Unser Flug war der letzte, der (zumindest von Eurowings) für dieses Jahr noch angeboten wurde, da ab November die Touristensaison eigentlich schon vorbei ist. Gerade deswegen, soll es aber auch mit die schönste Zeit auf der Insel sein.
Wir landeten in Heraklion, der größten kretischen Stadt. Unser Flieger war der einzige im Zeitfenster von 2h, daher war der kleine Flughafen wie ausgestorben. Schnell den reservierten Mietwagen abgeholt und ab nach Kastri. In dem kleinen Küstenort im Süden hatten wir uns eine schöne Ferienwohnung für eine Woche gemietet.

Das kleine Fischerdorf mutet sehr beschaulich an und ist noch entfernt vom Massentourismus anderer Regionen. Es gibt keine Hotels, lediglich einige Appartements und Ferienwohnungen zu mieten. Das Dorf hat 2 Mini-Supermärkte und einige Tavernen. Jetzt Anfang November kommt es uns vor, als wären wir die einzigen Touristen hier.

Klettern

Als erstes Gebiet hatten wir uns Agios Ioannis (bzw. die Agios Antonios Cliffs) ausgesucht, südlich von Kapetania gelegen. Für die Anfahrt sollte man unbedingt ein geländetaugliches Fahrzeug haben, denn die Straße endet in Kapetania. Ab hier geht es nur über eine steile Schotterpiste in Serpentinen bis zum Meer hinunter. Dank Allradantriebes unseres kleinen Jeeps kein Problem.

Fahrt nach Agios Ioannis

Die Straße

Unten angekommen kann man kurz nach der Kapelle parken und muss dann noch gut 20 min an der Küste entlang Richtung Osten gehen. Der Weg ist markiert und führt zur Kapelle von Agios Antonios, die direkt in eine Höhle im Fels gebaut ist. Direkt rechts davon beginnen Kletterrouten.

Kapelle von Agios Antonios, rechts davon Kletterrouten

Parkplatz

Das Klettern in diesem Gebiet macht Spaß. Die Absicherung ist gut mit vertrauensvollen Klebehaken (zumindest das, was wir gesehen haben). Der Fels ist sehr griffig, oft sogar scharfkantig und bietet viele Trittmöglichkeiten.

Tris Ekklisies

Unser zweiter Klettertag fiel leider aus. Wir wollten in ein Gebiet bei Tris Ekklisies. Zu dem Dorf an der westlichen Südküste führt eine steile Serpentinenstraße bergab, an deren Beginn Felsen zum Klettern erschlossen sind. Vor Ort stellten wir leider fest, dass die Straße gerade ausgebaut wird und wir aufgrund der Baustelle nicht zum Fels konnten. Wir nutzen den Tag stattdessen für einen kleinen Spaziergang.

Listis-Beach

Ein Geheimtipp ;-) In der Nähe des Dorfes, wo wir unsere Ferienwohnung hatten (Kastri), gibt es eine sehr schöne kleine Bucht mit immerhin 3 gebohrten Routen (untere Schwierigkeiten). Wer einen tollen einsamen Badestrand sucht und nebenbei ein bisschen Fels antesten möchte, ist hier richtig aufgehoben. (Extra für die Routen lohnt die Anfahrt nicht.)
Es lohnt sich aber definitiv auch nur zum Schwimmen herzukommen.

Man fährt von Kastri aus die Straße Richtung Tsoutsouros und hält am Listis-Beach (großes Holzschild). Links vom größeren Strand gibt es eine kleine, etwas abgetrennte Bucht. Am Fels links sind Routen gebohrt (Absicherung: Haken etwa in 1m Abständen).

Fazit bezüglich Klettern auf Kreta:

Sehr viel geklettert sind wir nicht. Dafür waren wir mit unserer Ferienwohnung zu weit weg von größeren Klettergebieten und wollten im Urlaub auch noch anderes auf der griechischen Insel erkunden. Aber was wir geklettert haben gefiel uns.
Die Routenauswahl ist verglichen mit anderen großen bekannten europäischen Winter-Klettergebieten vielleicht etwas kleiner, bzw. liegen die Gebiete oft etwas weiter auseinander.
(Bemerkung: Wir hatten nur einen groben Übersichts-Kletterführer. Für die Gegend um Kapetania gibt es einen eigenen Kletterführer. Wer hauptsächlich klettern möchte, sollte vermutlich in diese Gegend fahren.)
Die Absicherung war in den von uns besuchten Gebieten gut (soll nicht überall so sein) und der Fels macht einfach Spaß.
Wer, wie wir, den Fokus vielleicht nicht nur auf Klettern legt, trotzdem im Urlaub nicht darauf verzichten möchte, dem sei Kreta auf jeden Fall empfohlen.

Wandern

Gerade im November, wenn es nicht mehr so heiß ist, bietet Kreta gute Möglichkeiten für Wanderungen in schöner Landschaft. Neben diversen Schluchten, die man durchwandern kann, fanden wir um das Dorf Mirtos auch einige markierte kurze Wanderwege (alle so 3-5h).

Fazit zu Kreta:

Eine Woche ist zu kurz um Kreta kennen zu lernen!
Besonders landschaftlich hat die Insel ihren Reiz. Gerade die Südküste, wo keine Hotelburgen wie in der Gegend um Heraklion zu finden sind, war sehr schön.
Vom Meer Richtung Landesinnern fahrend, waren wir unmittelbar in den Bergen. Von oben eröffnet sich einem auf der einen Seite ein toller Blick über das Meer, auf der anderen Seite endlose Weiten karg bewachsener Berghänge, nicht endende Flächen von Olivenbäumen…
Hier komme ich bestimmt irgendwann noch einmal her :-)

Zur Bildergalerie…

CLIMBING
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